Aufruf: Together we are Bremen

Unterschriftenliste zum Download: Aufruf Together we are Bremen

Eine solidarische Stadt für Menschen auf der Flucht. Für ein humanitäres Bleiberecht  für die Gottlieb-Daimler-People!

Gerade einmal drei Sommer ist es her, dass überall im Land eine neue Willkommenskultur gefeiert wurde und mit ihr die Solidarität mit Menschen auf der Flucht. Heute wird dagegen in abgründiger Offenheit darüber diskutiert, ob Schiffbrüchige im Mittelmeer noch vor dem Ertrinken gerettet werden sollten. Und diese Stimmung findet hier politisch Gehör, während sich dort Unfassbares abspielt: Allein im Juni 2018 sind 600 Menschen im Mittelmeer zu Tode gekommen, zugleich werden die Seenotrettung kriminalisiert und Häfen für Schiffe mit Schiffbrüchigen an Bord gesperrt.

Dagegen wollen wir in Bremen ein deutliches Zeichen setzen!

In Bremen sind viele Jugendliche nach ihrer Flucht über das Mittelmeer gestrandet. Viele haben den gefährlichen Seeweg nur knapp überlebt. Manche haben in den Lagern in Libyen Misshandlungen und Folter überstehen müssen. Auf ihrem langen Weg hierher haben sie Traumatisches erfahren. Sie sind extrem belastet und sehr erschöpft. Eine Gruppe lebt bis heute in der provisorischen Metallzeltunterkunft in der Gottlieb-Daimler-Straße. Zusammen mit anderen haben sie sich im Aktionsbündnis „Shut down Gottlieb-Daimler-Straße“ organisiert und dafür eingesetzt, in Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht zu werden und zur Schule gehen zu dürfen. Sie wollen endlich ankommen, sich endlich sicher fühlen und sich ihrer Zukunft zuwenden dürfen. Der Erfolg: Ende Oktober soll das Lager geschlossen werden.

Aber eine gesicherte Perspektive in Bremen wird den „Gottlieb-Daimler-People“ weiter verweigert!

Stattdessen hat die Sozialbehörde die Jugendlichen durch Festlegen eines fiktiven Alters über Nacht zu Erwachsenen gemacht, die Innbehörde weigert sich, ihnen Duldungspapiere auszustellen, die Bildungsbehörde kümmert sich nicht darum, dass sie endlich zur Schule gehen können, und es droht ihnen die Umverteilung in ein anderes Bundesland, wo alles wieder von vorn beginnt.
In Bremen haben die Jugendlichen aber inzwischen enge soziale und emotionale Kontakte aufgebaut. Es sind Freundschaften entstanden und sie werden von vielen Bremerinnen und Bremern unterstützt.

Wir fordern ein humanitäres Bleiberecht für die „Gottlieb-Daimler-People“! 
Wir wollen, dass sie zur Schule gehen und eine sichere Perspektive für sich entwickeln können.

Denn Bremen ist und bleibt eine Willkommensstadt und eine Stadt der Solidarität.  Dafür stehen wir gemeinsam ein.

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